Montag, 2. März 2015

Anna hat vorübergehend ein neues Zuhause

Zeit, den guten alten Blog zu reaktivieren - lange nichts mehr geschrieben. Jetzt gehöre ich also auch zu denen, die für eine Zeit an einem anderen Ort sind....

Gestern Abend angekommen, freundlicherweise vom Hausverwalter vom Bahnhof abgeholt und ins "Vinzentinum" gebracht worden, wo ich die nächsten Monate voraussichtlich mein Zimmer haben werde. An der Tür hing schon eine Botschaft der Zimmernachbarin für mich, eine Theologiestudentin aus Deutschland, die schon seit über einem Jahr dort wohnt. Ein sehr herzlicher Empfang, würde ich sagen! Das Zimmer ist ok, größer als meine Erlanger Wohnung, bisschen spartanisch eingerichtet, aber mit eigenem Bad. Und, man halte sich fest: Es gibt eine Putzfrau, die einmal die Woche sauber macht. Weiß noch nicht, wie ich das finde ;-) Blöderweise gibt's Internet nur über LAN und mein kleiner Computer hat natürlich nicht den richtigen Anschluss. Da rächt sich jetzt die Verweigerung des Smartphones, da hätte ich nur ne neue Simkarte gebraucht. Ganz ehrlich: Kein Internet haben stresst mich schon ein bisschen...  hab mich schon ganz schön dran gewöhnt, einfach immer alles nachzuschauen: Den nächsten Supermarkt, den kürzesten Weg zur Uni usw. (Deshalb habe ich mir auch für morgen direkt vorgenommen einen Ausflug zum Mediamarkt in Bozen zu machen und den richtigen Adapter zu kaufen!) Das "Vinzentinum" ist übrigens ein Internat - und das merkt man auch. Nicht weit von meinem Zimmer sind Klassenzimmer und dann gibt es einen Speisesaal usw. Fühlt sich total an wie Schullandheim. Hoffe mal, dass Stefan mich dort besuchen kann, werde das mal in Erfahrung bringen. So zum Wohnen ist es denke ich schon ok. Eine WG wäre höchstwahrscheinlich schon schöner gewesen... aber bisher waren alle so mega nett dort, dass ich mich eigentlich nicht beschweren kann. Wenn sich in den nächsten Wochen herausstellen sollte, dass ich mich doch nicht wohl fühle dort, kann ich denke ich immer noch wo anders hin. Aber darüber kann ich jetzt schlecht was sagen...
 mein Zimmer
 Blick aus dem Fester (bei Regen)
die Anna (frisch geduscht!)

Heute vormittag habe ich eine kleine Tour durch die Stadt gemacht - leider im Regen. Ist recht beschaulich hier, der Stadtkern sehr historisch, alle Nase lang eine Kirche, ein Dom, ein Kloster, die Hofburg usw. Und seeeehr katholisch, meine Herren! Die Uni hab ich auch schon besichtigt, ein schönes Gebäude, recht klein auch und sehr familiär. Ich wurde auf der Suche nach dem Sekretariat und beim Warten auf die Sekretärin (die leider heute krank ist, wie sich herausgestellt hat) mehrmals angesprochen. Scheinbar duzt sich hier alles (find ich nicht schlecht) und jeder grüßt jedem am Flur. Bisher waren alle sehr erstaunt, dass ich keine Theologin bin, das wird heiter werden. Donnerstag beginnen die Vorlesungen, mal sehen, wie die anderen Philosophen so ticken. Naja, man kann als ersten Eindruck auf jeden Fall festhalten: Alle sehr herzlich und offen und scheinbar auch sehr katholisch. So lange sie nett sind, soll mir das recht sein. (Habe zu meiner Beruhigung auch schon andere (junge) Menschen in der Stadt gesichtet - da wird sich schon jemand finden.)

Der erste Cappuccino wurde auch schon getrunken (fantastisch und billig) und einkaufen war ich auch (alles italienisch, haha). Ganz angenehm finde ich, dass es hier nicht die gleichen Geschäfte wie überall gibt. Normalerweise kommt man ja in eine Stadt und dann findet man überall dm, Starbucks, McDonalds usw. Das ist hier nicht der Fall. Der einzige Supermarkt scheint Spar zu sein und sonst gibt es nur ganz kleine Geschäfte für alles andere. Zugegeben überfordert mich das auch ein bisschen, weil man erst rausfinden muss, wo es was gibt. Aber wird schon werden....

Man hört übrigens deutlich mehr Italienisch, als ich dachte. Wurde heute schon mehrfach mit 'Buon giorno' begrüßt oder im Supermarkt angesprochen. Diejenigen, die Deutsch sprechen, sprechen stark Dialekt, bei dem es selbst mir schwerfällt, alles zu verstehen. Aber auch ganz sympathisch, irgendwie... Lustig war, dass ich mich gefreut habe zwei Frauen mit Kopftuch auf der Straße zu sehen - gibt also auch noch andere Nicht-Katholiken. (Der Zimmernachbarin habe ich schon gestanden, dass ich nicht katholisch bin. Ihre einzige Sorge war aber, ob ich eine evangelische Gemeinde hier finde... Da hab ich mal nix dazu gesagt...)

Nun ja, das ist so der erste Eindruck von hier. Ich hoffe auf besseres Wetter, damit ich die Umgebung erkunden kann. Jetzt werd ich mich erst mal an meine Hausarbeit setzen, die in 14 Tagen abgegeben sein will.

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